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Sie sind hier: Startseite > Chronik > Gründung im Jahr 1896

Gründung im Jahr 1896

Am 11. Oktober 1896 wird unsere Freiwillige Feuerwehr Göddeckenrode gegründet

1896 – 1932

In den letzten Septembertagen des Jahres 1896 fand in hiesiger Gemeinde eine Gemeindeversammlung statt. Eine freiwillige Feuerwehr sollte ins Leben gerufen werden. Am 01. Oktober hatten sich schon 26 Gemeindemitglieder gefunden, die den Feuerdienst freiwillig ausüben wollten.

Am 2. Sonntag im Oktober fand unter diesen Mitgliedern die erste Versammlung statt. Zu diesem Abend war von der oberen Behörde der Gemeindevorsteher Friedrich Schrader zum Ortsbrandmeister und der Schumachermeister Heinrich Matschek zum stellvertretenden Brandmeister bestellt. Im Mai 1898 wurde unsere junge Wehr von der Hannoverschen Brandkasse prämiert mit 17,30 Mark, sie kam als 2. Wehr bei einem Brand auf dem Heinrich Kißlingschen Hofe zu Lengde an. Als Spritzmeister fungierte der Stallmachermeister Wilhelm Klingbeil und die Kassengeschäfte führte der Schuhmachermeister Hermann Bethmann. Am 01. Oktober 1899 legte Friedrich Schrader wegen seines rheumatischen Leidens den Brandmeister nieder. An dessen Stelle wurde der Stellvertreter Heinrich Matscheck eingesetzt und als Stellvertreter der Maurer August Bosse. Im Jahre 1900 war unsere Wehr 30 Mitglieder stark.
Im Juni des Jahres 1900 hatten wir einen Brand auf dem Gehöft des Landwirts Herrn Schrader.

Auszug aus der Ilse-Zeitung vom 24.06.1900:

Göddeckenrode. 23. Juni. Der gestern schon gebrachten Nachricht über den Ausbruch des Feuers auf dem Gehöft des Landwirts und Gemeindevorstehers Herrn Schrader zu Göddeckenrode lassen wir einer weiteren Ausführung folgen. Die Entstehungsursache selbst ist unbekannt. Das Feuer soll unter dem Schauer der Scheune von dem aus dem Stalle heraustretenden Knecht zuerst bemerkt worden sein. Sein Bemühen jedoch, die in Entstehen begriffene Flammen zu ersticken, war vergeblich. Immer größer wurde der Anfang und die Ausdehnung, welche das alles verzehrende Element nahm. Bald standen die Wirtschaftsgebäude in hellen Flammen. Es wähnte nun auch nicht mehr lange, so nahte menschliche Hilfe, den wütenden Element Einhalt zu gebieten. Die freiwilligen Feuerwehrn von Isingerode, Wülperode, Rimbeck, Hoppenstedt, Hornburg, Wiedelah, Lengde, Seinstedt wußten durch ihre thatkräftiges Eingreifen die Wohnräume des Besitzers vor dem Untergang zu bewahren und das Feuer auf seinen Herd zu beschränken. Die Wirtschaftsgebäude selbst zu retten, lag nicht in ihrer Macht. Sie wurden Opfer der Flammen. Ein rauchender Trümmer und Aschehaufen bezeichnet jetzt die Stätte früheren Glücks." eine hohe Säule zeugt von verschwundener Pracht; auch diese, schön geborsten, kann stürzen über Nacht"

Im Juli 1903 erhielt unsere Wehr eine Prämie von 12,50 Mark aus der Hannoverschen Brandkasse für einen Brand in Schladen. Am 21. September 1904 hatte unsere Wehr einen Todesfall zu beklagen, es starb im Alter von 35 Jahren der stellvertretende Brandmeister August Bosse. An die Stelle trat als Stellvertreter Brandmeister Fr. Hinze.

Am 04. März 1913 hatten wir in hiesiger Gemeinde einen Brand. Das Tischler Bossesche Wohnhaus mit Stallung brannte nieder. Die Feuerwehr bekam von Frau Mühlenbesitzer Lüttgau eine Prämie von 30,00 Mark, da die Feuerwehr den daneben stehenden Stall gerettet hatte.

Auszug aus der Ilse-Zeitung vom 04.03.1913:

Göddeckenrode, 04. März ( Feuer) Aus noch unaufgeklärte Weise entstand heute früh um 6 Uhr auf dem Grundstücke des Tischlermeisters Bosse hierselbst ein Schadenfeuer, wodurch in kurzer Zeit das Wohnhaus und ein Stallgebäude in Asche gelegt wurden. Der hiesigen Feuerwehr in Gemeinschaft mit zahlreich erschienenen Wehren der Nachbarorte gelang es, das Feuer auf seinen Herd zu beschränken und ein Übergreifen des verheerenden Elements auf Nachbargrundstücke zu verhindern. Das vom Feuer betroffene Grundstück soll, wie wir hören, bei der Landes-Feuersozietät gegen Brandschaden versichert sein.

Im Juli 1922 erhielt unsere Wehr eine Prämie von 75,00 Mark aus Lengde, da sie als 2. Wehr bei dem Schlürschen Brande eintraf. Im August 1922 feierte unsere Wehr ihr 25 jähriges Bestehen. Hierzu waren erschienen die Wehren aus Wülperode, Isingerode, Lengde und Schladen. Leider hatten wir beim Festumzug einen tieftraurigen Fall zu beklagen, unser Brandmeister Heinrich Matscheck wurde von einem Schlaganfall betroffen, welcher sein Leben beendete. An seiner Stelle trat der stellvertretende Brandmeister Fr. Hinze und stellvertretender Brandmeister wurde Hermann Bosse. 1927 erhielt unsere Wehr 20,00 Mark für den Löhrschen Brand in Isingerode und nochmals 20,00 Mark im Jahre 1928 von Isingerode für den Försterlingschen Brand. 1928 hatten wir in hiesiger Gemeinde einen Brand beim Landwirt Friedrich Barner. Im März 1929 wurde von der oberen Behörde eine Prüfung der Feuerwehren im Landkreis Halberstadt vorgenommen. Die hiesige Wehr bekam eine schwere Angriffsübung, aber dank alter Kameraden wurde diese Übung schnell und exakt durchgeführt.

Im Juli 1929 bekam der Bürgermeister ein Schreiben vom Landrat mit folgendem Inhalt:

Aus Anlaß der im März dieses Jahres vorgeführten Übung überreiche ich der Gemeinde und freiwilligen Feuerwehr Göddeckenrode als eine der ersten Gemeinden im Kreise eine Motorspritze.

Im Herbst 1929 hatten wie wieder einen Brand, es brannte die große Scheune auf dem Robert Schmidtschen Hofe. Die Motorspritze wurde bei diesem Brande gleich gut eingeweiht. Am 09. Dezember 1929 war ein Brand auf dem Rittergut Wülperode, die hiesige Wehr erhielt von Reckleben 40,00 Mark und ein Dankschreiben. 1930 war ein Brand in Lengde, die hiesige Wehr traf als erste Wehr am Brandplatz ein und erhielt dafür eine Prämie von 100,00 Mark.

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